Gebärende unter Beobachtung

die Etablierung der männlichen Geburtshilfe in Frankreich (1750-1830)

Verfasser / Beitragende:
Lucia Aschauer
Ort, Verlag, Jahr:
Frankfurt : Campus Verlag, 2020
Beschreibung:
344 Seiten : Illustrationen
Format:
Buch (Hochschulschrift)
ID: 579540502
Bände/Inhalt:
  • 1. Einleitung - Teil 1. Die geburtshilfliche observation als "epistemic genre": Theorie und Praxis einer wissenschaftlichen Gattung. 2. Wissenschaftliche Beobachtung im 18. J ahrhundert: der epistemische Kontext der geburtshilflichen observation - 3. Gattungskonventionen, Gattungsbewusstsein und Gattungswissen: die observation zwischen Poetologie und geburtshilflicher Praxis - 4. Spurensuche: Elemente einer vergleichenden Gattungsgeschichte der geburtshilflichen observation - 5. Epistemische Funktionen: die geburtshilfliche observation in der wissenschaftlichen Kommunikation - Teil 2. Die geburtshilfliche observation als "Wirklichkeitserzählung": die narrative Etablierung einer neuen geburtshilflichen Wissensordnung. 6. Zur Narrativik der geburtshilflichen observation - 7. Der männliche Geburtshelfer: vom lüsternen Peiniger zum heroischen Retter - 8. Die Hebammenfigur: von der diskreditierten Konkurrentin zur gefügigen Gehilfin - 9. Anschreiben gegen das weibliche Erfahrungswissen: die Herausbildung einer geburtshilflichen Expertenstimme - 10. Schluss
Zusammenfassung:
  • Zwischen 1750 und 1830 vollzog sich in Frankreich ein medizinischer Paradigmenwechsel: War die Geburtshilfe bis dato in weiblicher Hand, machten sich nun männliche Ärzte und Chirurgen mit aufklärerischem Eifer an die Erschließung des schwangeren und gebärenden Frauenkörpers. Ihr Ziel war es, sich als neue wissenschaftliche Autorität in der Geburtshilfe zu etablieren - zum Nachteil der Hebammen und ihres Erfahrungswissens, die allmählich verdrängt wurden. Anhand von circa 300 Fallberichten aus medizinischen Zeitschriften eröffnet Lucia Aschauer neue Perspektiven auf die Geschichte von Schwangerschaft und Geburt und legt die Entstehungsbedingungen einer bis heute fortwirkenden geburtshilflichen Wissensordnung offen.