Erfahren - Wissen - Vergessen

zur zeitlichen Dimension des staatlichen Informationsanspruches

Verfasser / Beitragende:
vorgelegt von Rehana C. Harasgama
Ort, Verlag, Jahr:
Zürich, St. Gallen : Dike Verlag AG, 2017
Beschreibung:
1 Online-Ressource (LI, 264 Seiten)
Format:
Buch (Hochschulschrift) (online)
ID: 57292352X
Zusammenfassung:
  • Im Datenschutzrecht stehen sich entgegengesetzte Interessen gegenüber: Der Staat will personenbezogene Daten bearbeiten, Individuen möchten ihre Daten vor Eingriffen schützen. Neue Technologien wie Big Data Analytics, Cloud-Computing und das Internet der Dinge ermöglichen es, Daten schneller und günstiger zu analysieren, mehr Daten zu generieren und zu speichern und Daten für neue Zwecke einzusetzen. Diese Technologien bergen Datenschutzrisiken wie die Nutzung von Daten entgegen dem ursprünglichen Zweck oder unbefugte Zugriffe auf Daten. Zudem ist sich kaum jemand bewusst, wie viele personenbezogene Daten der Staat bearbeitet. Die vorliegende Dissertation untersucht, ob und inwiefern der rechtliche Rahmen staatlicher Informationsansprüche an das digitale Zeitalter angepasst werden muss. Der Fokus liegt auf der Festlegung von Aufbewahrungs- und Löschungsfristen, ein bisher wenig erforschtes Rechtsgebiet. In der Schweiz und der EU basiert der staatliche Umgang mit Personendaten auf einem Rahmengesetz. In den USA fehlt ein solch weitreichender Rechtsrahmen. So sind staatliche Informationsansprüche in den USA vom Grundsatz her (praktisch) uneingeschränkt erlaubt, ausser ein spezifisches Gesetz regelt diesen Bereich. Diese Untersuchung zeigt auch, dass die Bestimmungen über die Erhebung, Aufbewahrung und Löschung von Daten sowohl in der Schweiz als auch in der EU und den USA sektorspezifisch verankert sind. Sie sind entlang des Informationslebenszyklus gegliedert und enden mit der Löschung bzw. Archivierung von Daten. Das geltende Rechtssystem verkennt jedoch, dass Informationen ihre Relevanz über die Zeit verändern und deshalb weiterhin von Nutzen sein können. Dies kann den Einsatz neuer Technologien zur Erfüllung staatlicher Aufgaben hemmen. Die vorliegende Dissertation gibt Handlungsempfehlungen, damit Behörden Personendaten nach Durchlauf ihres Zyklus evaluieren und für ihre Tätigkeiten weiterbearbeiten könn...
  • Data protection law deals with opposing interests: Governments want to collect personal data and individuals seek to protect their data from any interference. New technologies such as Big Data Analytics, Cloud Computing and the Internet of Things allow processors to analyse data faster and cheaper than ever before, generate and store more data than even before and use existing data for new purposes. However, these technologies bare risks to data protection if the data is used for other purposes than originally declared or if it is illegally accessed. Furthermore, nobody is aware of how much data governments actually collect about their citizens. This dissertation examines the question of whether the current legal framework on how governments manage personal data needs to be adapted to the digital age and if so, by what means. The focus, however, lies on how to determine storage and deletion rules; a field of law which has been subject to little research to date. In Switzerland and the EU the management of personal data is based on a general legal framework. There is no such comprehensive framework in the US. Moreover, the US government's ability to process personal data is (practically) unrestricted unless this specific area is regulated by statute. However, the research also shows that Switzerland, as well as the EU and the US, regulate governmental processing of personal data sector by sector. The existing rules are structured along the information lifecycle and end by deleting or archiving the respective data. Yet, the current legal framework fails to account for the fact that the relevance of information can change over time and therefore, the data could become useful at a later stage. This can slow down the use of new technologies to fulfil governmental tasks. This thesis presents a guide to government bodies that permits them to re-evaluate data after completion of the cycle and use this data to fulfil their duties without ...